Klimageräte
Kühlen, heizen und die Raumluft aufbereiten
Der Einbau eines Klimagerätes in ein Bestandsgebäude bedeutet nicht nur Wertsteigerung, sondern auch einen großen Zugewinn an Lebensqualität.
Nicht nur Kühlung: was moderne Geräte können
Moderne Klimageräte können durch drehzahlgeregelte Verdichter energieeffizient kühlen, Raumluft aufbereiten und heizen. Gerade die Heizfunktion ist ein wertvolles Plus in den Übergangsmonaten: Im Oktober oder April deckt ein Splitgerät den Wärmebedarf eines einzelnen Raums oft günstiger, als die gesamte Zentralheizung dafür anzuwerfen.
Die Drehzahlregelung – häufig als Inverter bezeichnet – ist dabei der entscheidende Unterschied zu älteren Geräten. Statt ständig ein- und auszuschalten, fährt der Verdichter im Teillastbetrieb. Das reduziert Temperaturschwankungen, Zugerscheinungen und Geräusche und verbessert die Jahresarbeitszahlen deutlich.
Bauarten im Überblick
- Splitgerät: Eine Außeneinheit versorgt eine Inneneinheit. Die klassische Lösung für Schlaf-, Wohn- oder Arbeitszimmer.
- Multisplitgerät: Eine Außeneinheit versorgt mehrere Inneneinheiten. Sinnvoll, wenn zwei bis fünf Räume klimatisiert werden sollen und nur ein Platz für die Außeneinheit zur Verfügung steht.
- Monoblock: Kommt ohne Kältekreis durch die Wand aus, ist dafür bei Effizienz und Geräuschentwicklung im Nachteil. Eine Lösung, wenn bauliche Gründe gegen eine Außeneinheit sprechen.
Kältemittel und was sich rechtlich geändert hat
Seit 2024 gilt die neue europäische F-Gase-Verordnung, die die Mengen fluorierter Treibhausgase schrittweise weiter begrenzt. In der Praxis bedeutet das: Der Markt wandert von R410A über R32 hin zu Kältemitteln mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial wie Propan (R290). Für Sie ist vor allem wichtig, dass ein heute eingebautes Gerät auch in zehn Jahren noch mit verfügbarem Kältemittel instand gesetzt werden kann – deshalb spielt die Kältemittelwahl bei unserer Empfehlung eine Rolle.
Arbeiten am Kältekreis dürfen nur Personen mit einem Sachkundenachweis nach der Verordnung (EU) 2015/2067 ausführen, der Betrieb selbst muss zertifiziert sein. Über diese besondere Qualifikation für die Arbeiten an Kältekreisen verfügen wir. Wer eine Splitanlage von einem nicht zertifizierten Betrieb einbauen lässt, riskiert nicht nur die Gewährleistung, sondern begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Planung: Leistung, Ort, Schall
Die Kühllast eines Raums hängt von Fensterfläche, Ausrichtung, Verschattung, Bauweise und innerer Last ab – nicht von der Quadratmeterzahl. Eine zu groß gewählte Anlage taktet, kühlt ungleichmäßig und ist im Betrieb lauter als eine passend ausgelegte.
Sicherheitstechnisch gilt DIN EN 378 für Kälteanlagen und Wärmepumpen; sie bestimmt unter anderem, welche Kältemittelmenge in einem Raum zulässig ist. Für die Hygiene raumlufttechnischer Anlagen ist VDI 6022 maßgeblich – deshalb gehören Filterwechsel und die Reinigung von Verdampfer und Kondensatwanne zur Wartung.
Der Aufstellort der Außeneinheit ist der häufigste Streitpunkt mit Nachbarn. Maßstab sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm, die nachts deutlich strenger ausfallen. Ein Gerät mit Nachtabsenkung, ein größerer Abstand zur Grundstücksgrenze oder eine schallabgewandte Montage lösen das Problem in aller Regel – wenn man es vor der Montage plant und nicht danach.
Genehmigungen
Klimageräte an Wohngebäuden sind in Nordrhein-Westfalen in der Regel verfahrensfrei. Verbindlich ist aber immer die Auskunft der zuständigen Bauaufsicht – insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden, in Gebieten mit Gestaltungssatzung oder wenn ein Bebauungsplan Vorgaben zur Fassade macht. In Eigentümergemeinschaften ist zusätzlich ein Beschluss erforderlich, weil die Fassade zum Gemeinschaftseigentum gehört.
Energieverbrauch realistisch einschätzen
Die Effizienz von Klimageräten wird über die saisonalen Kennwerte SEER (Kühlen) und SCOP (Heizen) nach DIN EN 14825 angegeben und im EU-Energielabel ausgewiesen. Diese Werte sind untereinander vergleichbar, weil sie auf demselben genormten Klimaprofil beruhen.
Ein realistischer Blick gehört dazu: Ein Splitgerät kühlt einen Raum, keine Wohnung. Wer die sommerliche Wärme grundsätzlich reduzieren will, kommt an außenliegendem Sonnenschutz und konsequentem Nachtlüften nicht vorbei. Beides kostet keinen Strom – und macht die Klimaanlage kleiner und leiser, statt sie überflüssig zu machen.
Weitere Leistungen
Kontakt
Klimatechnik, die zum Haus passt
Wir schauen uns Raum, Fensterflächen und mögliche Aufstellorte an und schlagen die Anlagengröße vor, die wirklich gebraucht wird.