Fliesen

Individuelle Boden- und Wandgestaltung

Wand- und Bodengestaltung geben Ihren Räumen eine besondere individuelle Note und schaffen Atmosphäre. Unsere Fliesenleger setzen die Planungen fachgerecht um.

Die Arbeit beginnt unter der Fliese

Ob ein Belag zwanzig Jahre hält oder nach zwei Wintern reißt, entscheidet sich selten an der Fliese selbst. Entscheidend sind der Untergrund, die Abdichtung und die Fugenaufteilung. Deshalb steht am Anfang jeder Verlegung die Untergrundprüfung – für Fliesen- und Plattenarbeiten geregelt in der VOB/C, ATV DIN 18352. Diese Norm verpflichtet uns ausdrücklich dazu, Bedenken anzumelden, wenn ein Untergrund nicht geeignet ist. Wir tun das schriftlich, bevor gearbeitet wird.

Belegreife ist messbar

Estriche dürfen erst belegt werden, wenn sie ausreichend trocken sind. Gemessen wird mit dem CM-Gerät. Als Grenzwerte gelten in der Praxis:

  • Zementestrich: höchstens 2,0 CM-Prozent, bei beheiztem Estrich höchstens 1,8 CM-Prozent
  • Calciumsulfatestrich: höchstens 0,5 CM-Prozent, beheizt höchstens 0,3 CM-Prozent

Bei beheizten Estrichen kommt das Funktionsheizen nach DIN EN 1264-4 und DIN 18560 hinzu. Wir dokumentieren das Aufheizprotokoll – nicht aus Bürokratie, sondern weil es im Schadensfall der einzige Beleg ist, dass der Estrich ordnungsgemäß betrieben wurde.

Abdichten, bevor gefliest wird

In nass beanspruchten Bereichen liegt unter dem Belag eine Verbundabdichtung. Grundlage ist die DIN 18534, die jede Fläche einer Wassereinwirkungsklasse zuordnet. Eine Duschwand wird anders behandelt als die Wand hinter dem Handtuchhalter, und eine bodengleiche Dusche anders als ein Gäste-WC.

Verwendet werden Abdichtungssysteme im Verbund mit Prüfzeugnis, dazu passende Dichtbänder in Ecken, an Rohrdurchführungen und Bodenabläufen. Systeme verschiedener Hersteller mischen wir nicht: Ein Prüfzeugnis gilt immer für die Kombination aus Abdichtung, Kleber und Zubehör.

Verlegen: Dünnbett, Großformate, Fugen

Keramische Beläge werden im Dünnbettverfahren nach DIN 18157 verlegt. Bei Großformaten und bei Belägen im Außenbereich arbeiten wir im kombinierten Verfahren (Buttering-Floating), damit die Mörtelbettdeckung vollflächig ist. Hohllagen sind nicht nur ein akustisches Ärgernis, sie sind die Vorstufe zum Bruch.

Ebenso wichtig ist die Fugenplanung: Bewegungsfugen des Untergrunds müssen im Belag übernommen werden, Randfugen bleiben frei und werden elastisch geschlossen. Die Feldgrößen richten sich nach den Merkblättern des Fachverbands des Deutschen Fliesengewerbes. Wer diese Fugen aus optischen Gründen weglässt, bekommt sie später als Riss zurück – dann allerdings dort, wo der Belag sie sich selbst sucht.

Rutschhemmung: die richtige Klasse wählen

Für die Trittsicherheit gibt es zwei getrennte Systeme. In nass belasteten Barfußbereichen – also im Bad, am Pool oder in Umkleiden – gilt DIN 51097 mit den Bewertungsgruppen A, B und C. Für Arbeitsräume und gewerbliche Verkehrswege gilt DIN 51130 mit den R-Gruppen R9 bis R13.

Im privaten Bad ist Gruppe B eine sinnvolle Wahl für die Dusche. Auf Terrassen empfiehlt sich mindestens R10; Frostbeständigkeit nach DIN EN ISO 10545-12 ist dort ohnehin Pflicht – im Niederbergischen Land mit seinen feuchten Wintern ein Punkt, an dem sich Sparen selten auszahlt.

Naturstein braucht eigene Regeln

Marmor, Schiefer und Kalkstein sind keine Keramik. Sie sind teils feuchte- und säureempfindlich, können durch Kleber und Fugenmasse verfärben und brauchen deshalb andere Produkte. Geregelt sind Naturwerksteinarbeiten in der VOB/C, ATV DIN 18332. Wir klären vorab, welcher Stein zur geplanten Nutzung passt und wie er dauerhaft gepflegt wird.

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