Heizsysteme

Heizen mit Erdwärme, Wasser oder Luft

Die Abstimmung und Auslegung der Heizsysteme, sowohl auf das zu beheizende Gebäude als auch seine Bewohner, ist eine Kunst. Wir planen fachkompetent und kostengünstig, damit ein energieeffizientes Heizen und Kühlen gelingt.

Die Frage ist nicht „welche Heizung", sondern „welches Gebäude"

Jede Heizungsberatung, die mit dem Gerät beginnt, fängt am falschen Ende an. Zuerst steht die Frage, wie viel Wärme das Haus überhaupt braucht und bei welcher Temperatur diese Wärme in die Räume kommt. Erst daraus ergibt sich, welches System sinnvoll ist.

Die dafür maßgebliche Norm ist DIN EN 12831 mit dem nationalen Ergänzungsblatt: Die Heizlast wird raumweise berechnet, nicht anhand der Wohnfläche geschätzt. Bei Bestandsgebäuden ergänzen wir das durch einen Blick auf die tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten Jahre – so lassen sich Rechnung und Wirklichkeit gegeneinander prüfen.

Die Systeme im Vergleich

Luft/Wasser-Wärmepumpe

Der häufigste Fall im Bestand. Die Außeneinheit entzieht der Außenluft Wärme, die Inneneinheit gibt sie an den Heizkreis ab. Entscheidend für die Jahresarbeitszahl ist die Vorlauftemperatur: Jedes Grad weniger verbessert die Effizienz spürbar. Deshalb prüfen wir vor der Umstellung, ob die vorhandenen Heizflächen bei niedrigerer Vorlauftemperatur ausreichen – häufig genügt es, in zwei oder drei Räumen größere Heizkörper zu setzen, statt das ganze Haus umzubauen.

Planungsgrundlage ist die VDI 4645. Beim Aufstellort der Außeneinheit ist der Schallschutz zu beachten: Maßstab sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm, die nachts deutlich strenger sind als tagsüber. In der dichten Bebauung von Hilden, Haan oder Wülfrath ist der Aufstellort damit oft die entscheidende Planungsfrage.

Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpe

Erdwärme über Sonden oder Flächenkollektoren und Grundwassernutzung liefern konstantere Quellentemperaturen und damit höhere Arbeitszahlen. Der Aufwand ist allerdings größer: Erdwärmesonden sind wasserrechtlich anzuzeigen beziehungsweise zu erlauben; zuständig ist die untere Wasserbehörde des Kreises Mettmann. In Wasserschutzgebieten gelten Einschränkungen, und der Geologische Dienst NRW gibt Auskunft über die Eignung des Standorts.

Gas-Brennwerttechnik und Hybridlösungen

Brennwertgeräte nutzen zusätzlich die Kondensationswärme des Abgases. Sie arbeiten dann besonders gut, wenn die Rücklauftemperatur niedrig genug für eine dauerhafte Kondensation bleibt. In Gebäuden, deren Hülle noch nicht saniert ist, kann eine Hybridlösung sinnvoll sein: Die Wärmepumpe deckt den Grundbedarf, der Brennwertkessel springt an den wenigen sehr kalten Tagen ein.

Was das Gebäudeenergiegesetz vorgibt

Nach § 71 des Gebäudeenergiegesetzes müssen neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für bestehende Gebäude hängt der Zeitpunkt an der kommunalen Wärmeplanung: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen ihre Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2026 vorlegen, alle übrigen Kommunen bis zum 30. Juni 2028.

Für unser Einsatzgebiet heißt das konkret: In Wuppertal und Essen greift die frühere Frist, in Heiligenhaus, Mettmann, Velbert, Ratingen, Haan, Hilden und Wülfrath die spätere. Bis dahin dürfen vorhandene Heizungen weiter betrieben und repariert werden.

Unabhängig davon gilt: Eine funktionierende Heizung muss niemand austauschen. Wer aber ohnehin vor einer größeren Reparatur steht, sollte die Entscheidung einmal sauber durchrechnen lassen, statt sie ein weiteres Mal zu vertagen.

Förderung: Rahmen und Reihenfolge

Der Austausch einer alten Heizung gegen ein System auf Basis erneuerbarer Energien wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) gefördert. Die Grundstruktur:

  • eine Grundförderung für den Heizungstausch,
  • ein Bonus für den schnellen Austausch besonders alter Anlagen,
  • ein einkommensabhängiger Bonus für selbst nutzende Eigentümerinnen und Eigentümer,
  • ein Effizienzbonus für bestimmte Wärmepumpen, etwa mit natürlichem Kältemittel oder Erdreich als Wärmequelle,
  • ergänzend zinsvergünstigte Kredite der KfW.

Die Boni sind kumulierbar, allerdings bis zu einer Höchstgrenze und bezogen auf gedeckelte förderfähige Kosten. Fördersätze, Deckel und Antragswege ändern sich regelmäßig – wir prüfen den aktuellen Stand vor jedem Angebot. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Fachunternehmererklärung und Antrag, dann Auftrag, dann Ausführung.

Die unscheinbaren Details, die über die Effizienz entscheiden

  • Hydraulischer Abgleich: Ohne ihn bekommt der Heizkörper neben der Pumpe zu viel und der im Obergeschoss zu wenig Wasser. Für Förderungen ist das Verfahren B mit raumweiser Heizlastberechnung Voraussetzung. § 60c des Gebäudeenergiegesetzes verpflichtet zudem Betreiber größerer Wohngebäude dazu; im Ein- und Zweifamilienhaus ist er freiwillig, rechnet sich aber ebenfalls.
  • Heizungswasser: Die VDI 2035 beschreibt in Blatt 1 die Vermeidung von Steinbildung und in Blatt 2 den Schutz vor wasserseitiger Korrosion. Wir prüfen Leitfähigkeit und pH-Wert und dokumentieren die Befüllung – Hersteller knüpfen ihre Gewährleistung daran.
  • Regelung: Eine korrekt eingestellte Heizkurve spart mehr als jede App. Wir stellen die Kurve nach der Inbetriebnahme gemeinsam mit Ihnen über eine Heizperiode nach.
  • Pufferspeicher: Sinnvoll dimensioniert entkoppelt er Erzeuger und Verteilung. Zu groß gewählt kostet er Effizienz und Platz.

Wartung gehört zum System

Heizkörper mit Thermostatventil und Montagewerkzeug

Eine regelmäßige und fachgerechte Heizungswartung ist das Grundbedürfnis einer jeden Heizungsanlage. Sie erhöht die Lebensdauer, senkt die Wahrscheinlichkeit einer Störung deutlich und sichert Ihnen angenehme Wärme in den kalten Monaten des Jahres. Durch unseren After-Work-Service können wir die Wartung montags, mittwochs und freitags auch zwischen 17:00 und 20:00 Uhr durchführen.

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Wir schauen uns Gebäude, Heizflächen und Verbrauch an und rechnen die realistischen Varianten durch – bevor Sie sich für ein System entscheiden.